Die Rückkehr nach Hause nach einem Krankenhausaufenthalt sollte möglichst vor der Entlassung vorbereitet werden. Auch wenn die medizinische Behandlung abgeschlossen ist, können Mobilität, Kraft, Orientierung und Selbstversorgung vorübergehend eingeschränkt sein.
Warum nach der Entlassung Versorgungslücken entstehen
Im Krankenhaus stehen Abläufe und Ansprechpartner zur Verfügung. Zu Hause müssen viele Aufgaben plötzlich wieder selbst oder durch Angehörige organisiert werden. Der tatsächliche Zustand am Entlassungstag kann außerdem von früheren Einschätzungen abweichen.
Besonders kritisch sind die ersten Tage: Rezepte müssen eingelöst, Nachsorgetermine eingehalten und Mahlzeiten organisiert werden. Gleichzeitig braucht die betroffene Person Ruhe und Sicherheit.
Vor der Entlassung klären
- Welche Tätigkeiten sind zu Hause möglich und wobei wird Hilfe benötigt?
- Welche Medikamente gelten aktuell und wer organisiert sie?
- Welche Hilfsmittel werden benötigt und wann stehen sie bereit?
- Welche Kontroll- oder Therapietermine sind vereinbart?
- Wer ist bei Rückfragen oder einer Verschlechterung zuständig?
- Wie gelangt die Person sicher in die Wohnung?
Die Wohnung vorbereiten
Häufig genutzte Wege sollten frei sein. Schlafplatz, Bad und Sitzmöglichkeiten müssen erreichbar sein. Vorräte, Getränke, Beleuchtung und Telefon sollten vorbereitet werden. Bei eingeschränkter Mobilität ist zu prüfen, ob Stufen oder enge Wege vorübergehend besondere Hilfe erfordern.
Alltagsbetreuung und medizinische Nachsorge trennen
Eine organisierte Krankenhausnachsorge kann Begleitung, Mahlzeiten und praktische Hilfe umfassen. Medizinische Aufgaben, Wundversorgung oder ärztlich angeordnete Pflege benötigen dagegen die passende fachliche Zuständigkeit. Beide Bereiche sollten aufeinander abgestimmt, aber nicht verwechselt werden.
Plan für die ersten sieben Tage
- Tag der Rückkehr: sichere Ankunft, Medikamente, Essen, Trinken und Erreichbarkeit klären.
- Erste 48 Stunden: beobachten, ob Mobilität und Selbstversorgung wie erwartet funktionieren.
- Bis zum Ende der Woche: Termine, Hilfsmittel und Einsatzzeiten prüfen.
- Nach einer Woche: gemeinsam entscheiden, welche Hilfe weiter nötig ist.
Selbstständigkeit schrittweise zurückgewinnen
Zu viel Hilfe kann ebenso ungünstig sein wie zu wenig. Aufgaben sollten zurückgegeben werden, sobald sie wieder sicher gelingen. Kleine erreichbare Ziele – beispielsweise selbstständiges Zubereiten eines Frühstücks oder ein kurzer begleiteter Weg – machen Fortschritte sichtbar.
Warnzeichen nach der Rückkehr
Neue Atemnot, starke Schmerzen, ungewöhnliche Verwirrtheit, Fieber, Stürze oder eine deutliche Verschlechterung dürfen nicht nur als allgemeine Schwäche eingeordnet werden. In solchen Situationen ist zeitnah fachliche beziehungsweise medizinische Hilfe erforderlich.
Häufige Fragen zur Rückkehr nach Hause
Wann sollte die Planung beginnen?
So früh wie möglich, idealerweise bevor der Entlassungstermin feststeht. Manche Leistungen und Hilfsmittel benötigen Vorlauf.
Wie lange wird zusätzliche Betreuung gebraucht?
Das hängt vom Verlauf ab. Ein zunächst höherer Umfang kann später reduziert werden. Eine feste Überprüfung nach wenigen Tagen und erneut nach einigen Wochen ist sinnvoll.
Was tun, wenn die Wohnung noch nicht vorbereitet ist?
Dann muss vor der Rückkehr geklärt werden, welche Übergangslösung sicher ist. Eine unvorbereitete Entlassung sollte nicht allein durch spontane Hilfe der Familie aufgefangen werden.
